Long Night - Ich will nur dich!

Long Night - Ich will nur dich!

by Lauren Blakely, Tilly Johansson

NOOK Book(eBook)

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Overview

Was passiert, wenn ein heißer Playboy sein Herz verliert? Mein Leben ist eigentlich verdammt perfekt. Ich schraube in meiner Werkstatt an exklusiven Custom Cars, habe ab und zu einen One-Night-Stand und keine großen Sorgen. Bis Henley Rose auftaucht, eine feurige Brünette aus meiner Vergangenheit, von der ich schon immer mal wissen wollte, was ihren Motor zum Schnurren bringt. Das Problem dabei: Henley ist meine größte Rivalin. Und jetzt sind wir gezwungen, jeden Tag gemeinsam an dem wichtigsten Projekt meiner Karriere zu arbeiten. In einer langen Nacht in der Werkstatt passiert es dann: Ich vernasche sie. Auf der Motorhaube eines Sportwagens. Und damit fangen die Probleme richtig an. Denn mit seiner größten Konkurrentin zu schlafen ist schon gefährlich - sich dann unsterblich in sie zu verlieben, aber noch viel mehr! »Blakely schreibt witzig, sexy und erfrischend anders. Ihre Protagonisten sind charmant, toll ausgearbeitet und vom ersten Augenblick an sympathisch.« Romantic Times »Ein absoluter Buchgasmus! Eines der besten Bücher des Jahres!« USA Today-Bestsellerautorin Adriana Locke über »Big Rock - Sieben Tage gehörst du mir!« »Sexy, köstlich, dieser Roman macht einfach Spaß!« SPIEGEL-Bestsellerautorin Marie Force über »Mr. O - Ich darf dich nicht verführen!«

Product Details

ISBN-13: 9783745750232
Publisher: MIRA Taschenbuch
Publication date: 08/19/2019
Series: Big Rock Series , #5
Sold by: Readbox
Format: NOOK Book
Pages: 304
File size: 1 MB

About the Author

New-York-Times-Bestsellerautorin Lauren Blakelys Markenzeichen sind sexy Liebesromane voller Herz, Humor und heißer Bettszenen. Die Kuchen- und Hundeliebhaberin hat die meisten ihrer Erfolgsromane beim Gassigehen mit ihren vierbeinigen Freunden geplottet. Mit ihren heißen Romanen aus männlicher Perspektive trifft sie genau den Nerv der Leserinnen: Jeder Teil ihrer »Big Rock«-Serie stürmte direkt nach Erscheinen sämtliche amerikanischen Bestsellerlisten.

Read an Excerpt

CHAPTER 1

Autos sind wie Eiscreme.

Es gibt für jeden eine passende Geschmacksrichtung.

Einige Autoenthusiasten stehen auf Vanille. Für sie ist ein schlichter Sportwagen genau das Richtige.

Andere wollen einen Eisbecher mit allem Drum und Dran. Auf ihr Auto bezogen, bedeutet das: abgefahrene Lackierung, spezielle Felgen und eine Soundanlage, die Ausschläge auf der Richterskala verursacht.

Dann gibt es die gediegenen Autokenner, die zu dunklem italienischen Schokoeis neigen und großes Geld hinblättern für einen edlen Aston Martin, der auf dem Highway alles und jeden hinter sich lässt.

Ab und zu aber begegnet man jemandem, der nicht weiß, was er will, und deshalb ein Eis mit bunten Streuseln, Bananenstückchen, gehackten Nüssen und einer Kirsche obendrauf bestellt. Wie der Mann, mit dem ich mich gerade auf der Custom Car Show vor den Toren Manhattans unterhalte.

Der bebrillte Mann – um die dreißig, maßgeschneiderte Slacks, weißes Button-downHemd – streicht sich über das Kinn, dann fragt er mich mit weicher kultivierter Stimme: »Können Sie jedes Auto mit einer Panzerung versehen?« Er deutet auf einen smaragdgrünen, komplett modifizierten Sportwagen, der auf der Bühnenmitte steht.

»Gepanzerte Wagen gehören zu meinen Spezialitäten«, entgegne ich, denn im Auftrag einiger gut betuchter Survival-Typen habe ich tatsächlich mehrere Monsterautos designt, die selbst eine Zombie-Apokalypse überstehen würden.

Er zieht eine Braue hoch. »Kann man da trotzdem auch schnittige Heckflossen hinzufügen?«

Ah, Heckflossen. Ich ahne, worauf er hinauswill; ihm geht es nicht um das Reich der Untoten. »Das bekomme ich hin, sicher.«

»Und könnte man den Wagen auch tieferlegen und auf Sprachbefehle reagieren lassen?«

Ich unterdrücke ein Lachen, denn jetzt weiß ich endgültig, worauf er aus ist, und ich stehe auf den Enthusiasmus von Neueinsteigern. »Überhaupt kein Problem. Ich nehme an, der Wagen soll schwarz sein?«

Seine blauen Augen erstrahlen. »Ja. Schwarz wäre perfekt.«

Für das Batmobil. Denn genau das hat der Typ eben beschrieben. Ich habe nichts gegen ihn oder den Wagen. Ganz und gar nicht. Das Batmobil steht auch bei mir ganz oben auf meiner persönlichen Favoritenliste. Welcher anständige Autofreak würde nicht gern mit einem aufgemotzten Superheldenfahrzeug durch die Stadt brettern?

Der Typ hier ist allerdings noch lange nicht fertig, sondern löchert mich mit weiteren Fragen. »Könnten Sie theoretisch einen Wagen bauen, der extrem weite Sprünge zustande bringt?«

Ich muss kein Hellseher sein, um zu wissen, worauf die Sache letztlich hinauslaufen wird. »Sollte vielleicht auch eine kleine Melodie erklingen, wenn Sie die Hupe betätigen?«

Seine Augen blitzen. »Oh, das wäre wirklich eine tolle Zusatzfunktion.«

Ich weiß nicht, warum ich plötzlich auf die Idee komme. Könnte es daran liegen, dass ich über ein nahezu enzyklopädisches Fachwissen über General Lee in Ein Duke kommt selten allein verfüge?

Der Kerl bezieht sich offenbar auf die coolsten Kino- und Fernsehautos, die es je gegeben hat. Und wisst ihr was? Daran ist wirklich nicht das Geringste auszusetzen. Echt jetzt. So ist es eben. Vielleicht bittet er mich gleich, ihm einen sprechenden VW Käfer zu bauen. Darum bettelt meine Schwester mich seit Jahren an, und falls ich je herausfinden sollte, wie ich das hinbekomme, kriegt sie das Auto sofort.

»Was ist mit Flügeltüren?«, fragt er mich.

»Wie beim DeLorean?«

Er nickt aufgeregt. »Den finde ich total klasse.«

»Da haben wir etwas gemeinsam. Ist mein Traumauto. Genau genommen bin ich vor allem wegen des DeLoreans in diesem Gewerbe tätig.«

»Sind Sie auch ein Zurück in die Zukunft-Fan?«

Ich hebe eine Hand zum Faustcheck. »Na sicher.«

»Wäre es dann vielleicht auch möglich, einen Fluxkompensator einzubauen?«

»Überhaupt kein Problem. Und ich verspreche Ihnen, wenn Sie voll aufs Gas steigen, sind Sie sofort bei 1,21 Gigawatt Motorleistung«, sage ich, und während wir lachen, umgibt uns das Klacken unzähliger Stöckelschuhe auf dem Asphalt. Auf dieser Autoshow wimmelt es von High Heels tragenden Frauen, die an den Ständen Broschüren verteilen, neben den Fahrzeugen posieren oder sich auf der Motorhaube rekeln. Daran habe ich nichts auszusetzen. Wirklich, ich kann echt nicht behaupten, dass ich mit dieser Zurschaustellung von Frischfleisch irgendein Problem hätte.

Autos und Weiber – mehr brauche ich nicht für mein leibliches Wohl.

Aber im Moment ist nicht der richtige Zeitpunkt, um die Lage zu sondieren. Das Geschäft hat immer Vorrang. Ich reiche dem Zurück in die Zukunft-Fan die Hand. »Ich bin Max Summers von Summers Custom Autos.«

Er schüttelt mir die Hand. »David Winters. Und vielleicht wird es Sie schockieren, aber ich muss gestehen, dass ich keinen blassen Schimmer von Autos habe.«

»Dafür weiß ich umso mehr. Ist also kein Problem.«

Er lächelt und zuckt verlegen mit den Schultern. »Ausgezeichnet. Ich suche einen Autobauer, der herausragende Arbeit leistet. Zum Beispiel so was da. Der ist von Ihnen, nehme ich an?«, fragt er und deutet auf die grüne Schönheit, die ich zur Show mitgebracht habe. Ich bin mit einem Kunden hier. Den Wagen habe ich für Wagner Boost modifiziert, einen NFL-Lineman, der gerade irgendwo in der Nähe ist und Autogramme gibt. Wagner ist ein Tier. Bei einer Größe von zweimeterfünf und einem Gewicht von hundertachtundfünfzig Kilo – das ist sein Morgengewicht, nach eigener Aussage wiegt er nach dem Frühstück noch mal zehn Kilo mehr – brauchte er ein Auto, das zu seiner Statur passt. Ich habe es ihm gebaut, und er gibt gern damit an.

»Ich sag Ihnen was«, erkläre ich und klopfe auf die Motorhaube von Wagners Lieblingsspielzeug. »Egal, was für einen Wagen Sie sich erträumen, ich kann ihn fast mit Sicherheit bauen. Wenn Sie spezielle Reifen möchten oder einen neuen Motor und eine besondere Polsterung, dann erledige ich das für Sie. Wenn Sie besondere Teile eines futuristischen Roadster-Prototyps möchten, den Sie in einem Film gesehen haben, werde ich Ihnen etwas Entsprechendes bauen. Ich liefere Ihnen Ihren Traum, denn genau das ist mein Job.«

Das Klacken von Stilettos klingt jetzt näher, als würde jemand auf uns zukommen, während David zur nächsten Frage ansetzt. »Können Sie ...«

Eine Frauenstimme unterbricht ihn. »Kannst du einen geilen Tiger auf den Wagenschlag malen?«

Das. Darf. Doch. Nicht. Wahr. Sein.

Diese Stimme. Dieses sexy Schnurren. Wie Honig, wie Whisky. Wie ein versauter Traum.

Alles in mir kommt zum Stillstand. Ich habe diese Stimme seit Jahren nicht mehr gehört. Ich muss mich nicht mal umdrehen, denn noch zwei klackende Schritte, dann steht die Frau auch schon vor mir. Sie sieht schärfer denn je aus. Genauer gesagt, scharf wie noch nie.

Langes braunes Haar. Dunkle Schokoaugen. Ewig lange Beine.

Henley Rose Marlowe.

Ich fasse es nicht.

Sie ist es wirklich.

Die Frau, die mich in den Wahnsinn trieb.

Sprachlos starre ich sie an, denn sie ist jetzt keine einundzwanzig mehr. Sie ist fünf Jahre älter und fünfundzwanzig Mal attraktiver. Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, aber es stimmt.

Aber ich werde mir keinen potenziellen Deal durch die Lappen gehen lassen. Ich habe nie zugelassen, dass Frauen mir bei der Arbeit in die Quere kommen, besonders nicht eine, die mich mitten im Kundengespräch mit einer bescheuerten Tiger-Bemerkung stört.

Ich rette die Situation, indem ich auf die Unterbrechung eingehe.

»Der Tiger könnte sogar brüllen«, schlage ich vor, als ob Henley nur eine beliebige Autoliebhaberin wäre, die ein bisschen plaudern möchte, und nicht die Frau, die eine ganze Weile in meiner Werkstatt an Autos herumgeschraubt hat.

»Vielleicht könnte er sogar Feuer speien«, gibt Henley augenklimpernd zum Besten, sichtlich erfreut über unseren kleinen Wortwechsel.

Jetzt steigt auch David in die Action ein und stößt ein leises Brüllen aus – Ruahhh – und hebt die Hände, als wären sie Pranken.

Henley wirft ihm das sexyste Lächeln zu, das ich je gesehen habe, und in weniger als einer Sekunde erwacht in mir der feuerspeiende Tiger. Denn ich bin eifersüchtig wie sonst was. Ohne jeden Grund.

David erwidert ihr Lächeln.

Okay, vielleicht ist das der Grund.

Doch meine Reaktion ist inakzeptabel. Ich schüttele die nutzlose Emotion ab, während David sagt: »Das ist es! Ich habe offiziell beschlossen, dass ich einen Tiger auf der Tür eines DeLorean möchte. Und der soll grün sein, die Farbe des Geldes.«

Japp, er ist definitiv der Bunte-Streusel-Typ, und genau darauf konzentriere ich mich, nicht auf die flirtenden Blicke zwischen dem Mann und der Frau, die nie meine war, nicht mal für eine einzige Nacht.

»Sie können den Wagen in Dunkellila haben, in Smaragdgrün, in Saphirblau, ganz wie Sie möchten«, sage ich zu ihm. »Meinetwegen auch mit einer Flagge auf der Motorhaube, einem Nadelstreifen an der Tür und dem griffigsten Schaltknüppel, den Sie je in der Hand gehalten haben.«

»Dunkellila und der griffigste Schaltknüppel, den es gibt? Genauso machen wir es!« Er schüttelt mir kurz die Hand.

»Ich melde mich bei Ihnen.« Er geht einen Schritt, bleibt dann aber wieder stehen. »Oder ist Lila eine zu schrille Farbe? Was meinen Sie?«, fragt er die Frau, von der kein Mann den Blick lösen kann, solange er mindestens ein gesundes Auge besitzt.

Sie hat einen perfekten Body. Sinnliche Lippen. Schmale Taille. Titten, die der Schwerkraft trotzen. Falls Gott eine ideale Frau erschaffen hat, um Männern alles Mögliche anzudrehen, dann ist es Henley.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob Gott vorhatte, dass die ideale Frau so ein klugscheißerisches Mundwerk hat.

Sie leckt sich über die Lippen. »Lila ist heiß wie die Sünde«, sagt sie zu David, als wären die Worte allein für seine Ohren bestimmt. Sie befeuchtet eine Fingerspitze mit der Zunge, dann berührt sie kurz die Motorhaube des Wagens, wie um den Finger anzuzünden, und hält ihn hoch, lässt eine imaginäre Flamme daraus emporschießen.

David genießt ihre kleine Show, verschlingt Henley mit den Blicken.

»Das ist ein ausgezeichnetes Verkaufsargument für Lila. Was ist mit Ihnen, Max? Was ist Ihre Lieblingsfarbe?« Er hebt eine Hand, als wäre sie ein Stoppschild. »Warten Sie. Lassen Sie mich raten. Gold? Siber? Rot? Blau?«

Ich schüttele den Kopf. »Schwarz.«

Dann verabschiedet sich David und zieht von dannen, und ich stehe mit der irritierend scharfen Frau, die mich hasst, allein da. Sie starrt mich an wie eine Katze, die nicht wegschauen wird, bis man ihr seinen Hamburger gegeben hat. Doch ich halte ihrem Blick stand und biete ihr auch keinen Bissen an.

»Schwarz«, wiederholt sie und funkelt mich aus ihren dunkelbraunen Augen an. »So wie dein Herz.«

Habe ich erwähnt, dass sie bei unserer letzten Begegnung vor fünf Jahren fuchsteufelswild aus meiner Werkstatt marschiert ist? Das könnte daran gelegen haben, dass ich sie damals gefeuert habe. Yeah, zwischen uns gibt es böses Blut.

CHAPTER 2

Henley Rose und schnelle Autos passen genauso gut zusammen wie Pfirsiche und Sahne, wie ein guter Scotch und eine lange versaute Nacht. Mit ihr zusammenzuarbeiten war so, als würde man jeden Tag den Garten Eden betreten. Immer stand meine Willenskraft auf dem Prüfstand, denn es glich einem erotischen Tanz, wenn Henley an einem Auto herumschraubte.

Allerdings war es kein Striptease.

Kein laszives Beckenkreisen.

Es war die wunderschöne Ballettaufführung einer Frau, die eine Maschine verführt. Diese Hände, wie sie mit dem Werkzeug umging, diese intensive Konzentration – es war sinnlich, und es war sündig, eine fleischgewordene Männerfantasie.

Versucht euch vorzustellen, wie es war, ein Jahr lang mit ihr zusammenzuarbeiten, immer mit einem Ständer in der Hose.

Es war ein hartes Jahr, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich überlebte die Herausforderung, weil Henley fantastische Arbeit leistete. Und ich behandelte sie nie anders, nur weil sie eine Frau ist oder weil ich sie mir die ganze Zeit über nackt vorstellte. Ich ging mit ihr genauso um wie mit allen Leuten, mit denen ich zusammenarbeite und die, wenn ich an sie denke, immer eine volle Wintermontur samt Wollmantel, Schal und dicken Handschuhen tragen.

»Mein schwarzes Herz ist noch voll intakt.« Ich tippe mir an die Brust. »Ist dasselbe Modell wie früher.«

»Ich hätte gedacht, dass du dir inzwischen ein Upgrade geholt hättest, nach dem Motto Weg mit den fehlerhaften Teilen.«

»War nicht nötig. Das Herz dieses grausamenArschlochs funktioniert einwandfrei«, sage ich und erinnere sie an die Worte, die sie mir an ihrem letzten Tag in meiner Werkstatt an den Kopf warf.

Sie wölbt eine Augenbraue. »Wie schade. Du hättest mich trotzdem ranlassen sollen. Ich bin gut darin, alte Klapperkisten wieder wie geschmiert laufen zu lassen.«

Allmächtiger. Sie macht noch immer keine Gefangenen. »Ich bezweifele nicht, dass du das nötige Werkzeug besitzt, um alles Mögliche reparieren zu können, und falls du mal nicht das richtige zur Hand hast, würdest du eben einen Schweißbrenner benutzen.«

Sie verzieht das schöne Gesicht. »Es ist nicht anstößig, einen Schweißbrenner zu benutzen«, sagt sie und betont »anstößig«, als spräche sie von irgendeiner Versautheit.

Wie, zur Hölle, habe ich das Jahr mit dieser Frau nur überlebt? Bevor ich den Gedanken weiterdenken kann, stößt sie mit der Stöckelschuhspitze gegen den Reifen von Wagners Wagen. »Wie ich sehe, stattest du deine Autos immer noch mit großen männlichen Reifen aus.«

Ich verdrehe die Augen. »Na los, Henley. Raus mit der Sprache. Was ist die Pointe?«

Sie klimpert mit den Wimpern. »Welche Pointe?«

»Groß, männlich? Du willst sagen, dass es eine Art Kompensationshandlung ist. So hast du dich immer über die Typen geäußert, die die größten Autos mit den breitesten Reifen wollten.«

Sie grinst. »Hab ich damit denn falschgelegen?«

Ich lache. »Keine Ahnung. Ich habe nie überprüft, ob meine Kunden ein Größenproblem haben.«

»Ich auch nicht. Mein Fokus lag immer auf der Arbeit.«

»Das war ja auch richtig so.«

»So hast du es mir beigebracht.«

»Ich bin froh, dass du deine Lektion gelernt hast.«

»Ich habe von dir so viele Lektionen gelernt.«

Ich atme tief durch und wechsle das Thema. »Was sollte diese Tigerbemerkung? Hättest du nicht warten können, bis ich mit dem Typen fertig gewesen wäre, ehe du Hallo sagst?«

Sie zwinkert mir zu. »Komm schon. War doch nur ein kleiner Spaß.«

»Ein kleiner Spaß? Du hast dich ungebeten in ein Kundengespräch eingemischt.«

Sie gibt sich schockiert und streicht mit den Fingern über die Motorhaube von Wagners Auto. »Ich wollte dir doch nur helfen, einen Kunden an Land zu ziehen. Weißt du nicht mehr? Ich habe immer versucht, dir zu helfen.«

Ich stemme die Hände in die Hüften. »Warum habe ich das Gefühl, dass du hier bist, um mich zu verspotten, und nicht, um großzügige humanitäre Hilfe zu leisten?«

Sie schlägt sich an die – großzügig ausgestattete – Brust. »Dich verspotten? Ich? Ich habe mich doch nur gefreut, meinen früheren Lehrer wiederzusehen. Verzeih mir meine Überschwänglichkeit«, sagt sie in einem viel zu niedlichen Ton. »Wie geht's dir dieser Tage?«

»Kann nicht klagen.« Ich weiß nicht, was ich von alldem halten soll, nur, dass ich ihr eigentlich nicht viel über mich erzählen möchte. »Und bei dir? Wir haben uns lange nicht gesehen.«

»Fünf Jahre, drei Wochen und zwei Tage. Aber wer weiß das schon so genau?«

»Du offenbar.«

Sie zuckt mit den Schultern, als wäre es keine große Sache, dann hievt sie sich auf die Motorhaube und parkt ihren Luxushintern auf Wagners Wagen. Der NFL-Star wird nichts dagegen haben. Er steht auf schöne Frauen, besonders wenn sie auf seinem geliebten Auto sitzen. Das Problem ist, dass er Henley wahrscheinlich wird vögeln wollen, wenn er von seiner Signierstunde zurückkehrt. Aber dagegen habe ich etwas, ganz klar.

Nicht, dass ich darüber bestimmen könnte, mit wem sie in die Kiste steigt. Aber ich werde alles in meiner Macht Stehende dafür tun, dass es kein Kunde von mir ist, der Hand an sie legt.

»Was führt dich eigentlich an die Ostküste?« Das Letzte, was ich von ihr gehört habe, ist, dass sie wieder in ihrer Heimat Nordkalifornien lebt und dort bei einem konkurrierenden Autobauer arbeitet.

Mit dem Daumen deutet sie vage in Clint Savages Richtung. Savage ist ein stämmiger, bärtiger, vulgärer Motherfucker, der einige der heißesten Spezialanfertigungen auf dem Planeten gebaut hat. »Ich hänge nur ein bisschen am Stand von Savage Rides ab«, sagt Henley.

»Ja?« Das überrascht mich, doch ich lasse es mir nicht anmerken. Henley war nie nur eine langbeinige Hostess, die bei einer Show ihre Titten präsentiert. Bei mir arbeitete sie an den Motoren, machte sich die Hände schmutzig.

Sie nickt und lächelt. »Er lässt mich auf den Autos posieren. Durch mich holt er einen Auftrag nach dem anderen rein.« Sie schnippt mit den Fingern.

»Tatsächlich?«

(Continues…)


Excerpted from "Long Night - Ich will nur dich!"
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