Hot - Heute Nacht gehörst du mir!

Hot - Heute Nacht gehörst du mir!

by Lauren Blakely, Tilly Johansson

NOOK Book(eBook)

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Overview

Mein Name ist Wyatt Hammer. Ich habe alles, was Frauen wollen. Ich bin wohlhabend, verdammt attraktiv und extrem humorvoll. Das Komplettpaket sozusagen. Leider habe ich aber auch diese eine schreckliche Schwachstelle - ich bin viel zu anständig. Denn Natalie, meine neue Assistentin, ist süß, heiß, furchtbar intelligent, eine Traumfrau. Wäre ich irgendein Dreckskerl, wäre es mir natürlich egal, dass ich ihr Boss bin. Aber das ist es eben nicht. Sex und Privatleben werden bei mir streng getrennt. Bis zu dieser verhängnisvoll sinnlichen Nacht in Las Vegas zumindest … »Sexy, köstlich, dieser Roman macht einfach Spaß!« SPIEGEL-Bestsellerautorin Marie Force »Lauren Blakely ist eine meiner Lieblingsautorinnen.« New-York-Times-Bestsellerautorin Christina Lauren

Product Details

ISBN-13: 9783955768676
Publisher: MIRA Taschenbuch
Publication date: 10/01/2018
Series: Big Rock Series , #3
Sold by: Readbox
Format: NOOK Book
Pages: 304
File size: 1 MB

About the Author

New-York-Times-Bestsellerautorin Lauren Blakelys Markenzeichen sind sexy Liebesromane voller Herz, Humor und heißer Bettszenen. Die Kuchen- und Hundeliebhaberin hat die meisten ihrer Erfolgsromane beim Gassigehen mit ihren vierbeinigen Freunden geplottet. Mit ihren heißen Romanen aus männlicher Perspektive trifft sie genau den Nerv der Leserinnen: Jeder Teil ihrer »Big Rock«-Serie stürmte direkt nach Erscheinen sämtliche amerikanischen Bestsellerlisten.

Read an Excerpt

CHAPTER 1

Ich verrate euch ein kleines Geheimnis über Männer. Wenn wir eine Frau sehen, die uns gefällt, bilden wir uns ein, sie sei scharf auf uns. Egal wer sie ist, egal wie die Umstände sind oder ob an der Sache wirklich etwas dran ist. Wir bilden es uns ein.

So wie jetzt gerade.

Floyd, der rothaarige Typ, der die Türangeln für dieses schicke Penthouse in der Upper East Side drei Tage zu spät geliefert hat, lehnt sich an den Küchentresen und faselt wirres Zeug. Wahrscheinlich, um zu verschleiern, dass er den Liefertermin verbaselt hat. Ich bin aber entschlossen, den vereinbarten Termin zu halten, und baue unbeirrt die Türangeln in den Schrank meiner Kundin ein.

Einer Kundin, von der Floyd meint, sie sei scharf auf sein heißes Würstchen.

Es sind seine Worte, nicht meine.

»Wyatt, hast du gesehen, wie Lila mich angestarrt hat, als ich reinkam?«, sagt er und nimmt seinen schwarzgrünen Energydrink, spült ihn hinunter und wischt sich mit der Hand über den Mund, wobei einige Tropfen in seinem roten Ziegenbart hängen bleiben.

»Hmm, ist mir wohl entgangen«, gebe ich zurück und bin froh, dass Lila unten im Sportraum des Gebäudes ist und nicht hört, was Floyd brabbelt.

»Ich sag's dir, bei jedem Auftrag stehen die Weiber Schlange nach mir«, erwidert Floyd mit stolzgeschwellter Brust.

Ich hebe eine Augenbraue, während ich eine Schraube eindrehe und mit ausdrucksloser Miene entgegne: »Und diese Warteschlange – würdest du sagen, dass sie jedes Mal weiter als bis zur Tür reicht, bis in den Flur hinein?«

Er nickt, als würde er seinen eigenen Quatsch glauben. Der Heiße-WürstchenKing hat es offenbar nicht so mit Sarkasmus.

»Absolut. Ich könnte eine nach der anderen haben, den ganzen Tag lang. Deshalb sind wir ja in diesem Geschäft, richtig, Bro?«

Er hebt eine Faust, damit ich dagegenschlage, aber meine Hände sind beschäftigt, deshalb sage ich nur: »Wegen der Ärsche?«

Er nickt. »Ganz genau. Wegen der Ärsche. Was gibt's Besseres, als seinen Schwanz an einem Paar geiler Arschbacken zu reiben?«

Ich lache über diesen unfassbaren Stuss, den Floyd da von sich gibt. Ich bin nämlich nicht deshalb ins Baugeschäft eingestiegen. »Müde wirst du wahrscheinlich auch nie, verlierst nie deinen Appetit«, locke ich ihn aus der Reserve, während ich mich daranmache, die nächste Angel in die Schranktür zu schrauben.

»Nee, ich kriege nie genug. Aber es gibt eine goldene Regel in unserem Beruf«, fügt er hinzu und legt sich einen Finger an die Lippen.

Oh, ich Glücklicher. Jetzt weiht er mich in ein Geheimnis ein.

»Ich liebe Regeln, spuck es aus, mach schon«, sage ich wie ein eifriger Grünschnabel, der von Tuten und Blasen keine Ahnung hat.

»Die goldene Regel lautet folgendermaßen: Man kann mit seinen Kundinnen vögeln, aber niemals mit seiner Assistentin.«

»Tatsächlich?«, sage ich mit ernster Stimme, als hätte er gerade eine Weisheit vom Olymp herabgerufen.

Floyd nickt ernst. »Vertrau mir. Lerne aus meinen Fehlern. Ich habe die beste Assistentin des Universums verloren, weil ich meine Hände nicht von ihrem Hintern lassen konnte«, sagt er, seufzt wehmütig und schaut nachdenklich zur Decke auf. Wahrscheinlich denkt er an ihre süßen Arschbacken. »Eine gute Assistentin lässt sich nicht mit Gold aufwiegen.« Er klopft sich an die Brust. »Deshalb ist meine neue eine grauhaarige Omi. Da gibt's nichts, was mich in Versuchung führt.«

Ich bin mit den Türangeln fertig und nehme den Bohrer von meinem Werkzeuggürtel. Ich zeige damit auf Floyd, schaue ihm in die Augen. »Moment mal ...« Ich verstumme, mache eine dramatische Pause und fahre dann fort: »Was wäre, wenn ich auf silberhaarige Seniorinnen stünde?«

Er reißt die Augen auf, und seine Stimme klingt belegt und unsicher. »Ist es denn so?«

»Na logisch. Ich kenne da keine Beschränkungen.« Ich kann nicht widerstehen, ihn auf die Schippe zu nehmen. In bester Aufschneidermanier würge ich ihm den nächsten Spruch rein. »Ich sag's dir, ältere Frauen sind verrückt nach mir. Und ich nach ihnen. Ich kriege mich gar nicht mehr ein, wenn mir ein scharfes Modell von anno dazumal über den Weg läuft.«

»Na, dann ist es ja nur gut, dass keine ältere Lady deine Telefonate managt, sonst wärst du komplett gefickt.«

»Nettes Wortspielchen.« Ich packe den Bohrer weg, lege die Schranktür auf den Küchentresen und senke die Stimme. »Aber weißt du, Floyd, es gibt noch eine andere Option«, sage ich, nun meinerseits an der Reihe, eine meiner Weisheiten zu verkünden.

»Yeah?« Er sabbert förmlich vor Vorfreude, weil er glaubt, gleich einen Tipp für Sex bei der Arbeit zu bekommen.

Ich richte mich zu voller Größe auf. Ich bin eins neunzig, überrage ihn um Haupteslänge. »Du könntest, zum Beispiel« – ich rede ganz ruhig und beiläufig – »deinen Schwanz bei der Arbeit in der Hose lassen.«

Es wird still im Penthouse. Floyd kratzt sich am Kopf. Er runzelt die Stirn und sagt: »Häh?«

Offenbar klingt mein Rat in seinen Ohren so fremd, dass ich ihn ebenso gut auf Türkisch hätte sagen können. »Wie auch immer, du kannst abhauen, Floyd. Ich muss diesen Job für Lila rechtzeitig fertig kriegen, und sie ist weder scharf auf dein Würstchen noch auf den Unsinn, den du von dir gibst.«

Ich klopfe ihm auf den Rücken, danke ihm für die verspätete Lieferung der Türangeln und schicke ihn los.

Als ich einige Stunden später mein Tagewerk erledigt habe, kehrt Lila in Leggings und Sneakers von ihrer Fitness-Session zurück. Ich zeige ihr, was ich am Nachmittag in der umgebauten Küche getan habe und was am nächsten Tag ansteht, wenn ich mit dem Auftrag in die Zielgerade einbiege.

»Es fügt sich alles so hübsch zusammen«, sagt sie auf ihre niedlich kecke Art. »Sie leisten fantastische Arbeit. Ich bin froh, dass Natalie den Auftrag in Ihrem Terminkalender unterbekommen hat. Der war ja ziemlich voll, aber Sie wurden mir wärmstens empfohlen, und ich wollte den besten Mann für mein Penthouse.«

Ich nicke und bedanke mich. »Natalie ist eine Zauberin, wenn es um Terminplanung geht. Wenn es sein muss, kriegt sie jeden Auftrag unter.«

»Gut, denn ich könnte ein weiteres Projekt für Sie haben. Wenn Craig nachher von der Vorstandssitzung nach Hause kommt, werde ich mit ihm reden, und danach können wir etwas vereinbaren.«

»Klingt nach einem Plan. Wir sehen uns morgen, wenn ich die Wandschränke zu Ende einbaue.«

Kurz darauf bin ich zurück in unserem Büro in den West 50s, um mein Werkzeug und die Baumaterialien abzustellen, und werde von niemand Geringerem als der Königin meines Terminkalenders begrüßt, auch bekannt als die Frau, die aus mir einen anderen Menschen machen wird.

»Hey, Wyatt«, ruft sie hinter ihrem Schreibtisch, als ich hereinmarschiere.

Beinahe will ich Floyd anrufen und ihm sagen, dass es ganz leicht ist, meinen Ratschlag zu befolgen. Es gelingt mir jeden Tag. Welch Wunder. Besonders angesichts der Tatsache, dass ich eine blitzgescheite wunderschöne Assistentin habe, die großartig in ihrem Job ist und ein Lächeln hat, das mich jedes Mal dahinschmelzen lässt. Nennt mich ruhig altmodisch. Ich stehe nun mal auf Frauen mit einem schönen Lächeln, und mit ihren hellblauen Augen und ihrer cheerleaderblonden Mähne hat Natalie das schönste Lächeln von allen. Sie ist das perfekte, typisch amerikanische Mädchen, wie ein Apfelkuchen, und ich will sie am liebsten auffressen.

Ich meine, eigentlich will ich es nicht.

Oder doch? Fuck.

Nein, ich will meine Assistentin nicht auffressen. Oder sie vögeln. Oder sie über den Schreibtisch beugen.

Seht ihr? Ich beherzige meinen eigenen Rat. Mein Schwanz bleibt schön in der Hose.

Außerdem ist Natalie eine großartige Hilfe, und es ist schlicht falsch, in anzüglicher Weise an sie zu denken. Und gefährlich ist es obendrein. Als ich das letzte Mal mit einer Angestellten rumgemacht habe, wäre meine Firma beinahe den Bach runtergegangen. Die Geschichte lehrte mich eine Lektion, die ich schon früher hätte lernen sollen – Arbeit und Vergnügen muss man auseinanderhalten. Man bekommt einen hammerstarken Cocktail mit bitterem Nachgeschmack. Es bedeutet, dass ich, obwohl Natalie das hübscheste Gesicht hat, das ich seit Langem gesehen habe, und obendrein ein großes Herz und eine absolut niedliche Art, die Finger von ihr lassen werde – auch wenn ich anfangs dachte, dass sie etwas von mir will.

Ich bleibe also ganz cool, als sie mir ihr strahlendes Lächeln zuwirft und fragt: »Wie läuft der Mayweather-Job?«

Ich deute auf meinen Oberkörper bis hinab zu Beinen, dann schnüffle ich effektvoll in der Luft. »Großartig, aber hast du irgendwas da, um den komischen Gestank an mir wegzukriegen?«

Sie deutet auf das Wandregal und erwidert: »Ganz oben links. Ich habe letzte Woche ein Anti-Arschloch-Spray besorgt. Man muss sich aber ein paar kräftige Sprühstöße verabreichen, damit es wirkt. Also sei nicht sparsam, okay?«

Ich nicke dankbar und tue so, als nähme ich mir eine Spraydose und würde mich damit einsprühen. »So, schon besser.«

Ich schnappe mir den abgewetzten senffarbenen Stuhl, der vor ihrem Schreibtisch steht, und lasse mich darauf fallen. Kunden kommen hier nicht rein; das Büro ist nur für uns, deshalb knausern wir am Mobiliar.

Sie dreht den Kuli in der Hand. »Wer hat die Kontamination diesmal verursacht? Floyd? Oder hast du mal wieder den schmierigen Elektriker, Kevin, in den Würgegriff genommen?«

»Der schmierige Kevin brauchte den Würgegriff. Stimmt's – oder habe ich recht?«

Sie nickt. »Du hast völlig recht. Ich könnte dir nicht mehr beipflichten, als ich es bereits tue.«

»Der Würgegriff war zu hundert Prozent berechtigt«, füge ich hinzu, denn Kevin hat Natalie übel angebaggert, als er vor einigen Wochen hier war. Die Sache ist – Natalie könnte ihn blitzschnell eigenhändig umhauen, kein Problem. Aber Kevins lüsterne Blicke und anzügliche Bemerkungen haben mir ganz und gar nicht gefallen. Ich würde das Gleiche tun, wenn irgendein Kerl meine kleine Schwester Josie in der Bäckerei, in der sie arbeitet, blöd anmacht. Deshalb habe ich Kevin in Mister-Spock-Manier eine Hand auf die Schulter gelegt und ihn kurzerhand aus dem Büro befördert. Niemand, und ich meine wirklich niemand, kommt meiner Angestellten dumm.

»Heute war es Floyd«, sage ich und erzähle ihr die entschärfte Version der Geschichte – die über Floyds Kundinnen-Eroberungen, aber ohne seine Bemerkungen über Sex mit Assistentinnen. Das muss jetzt nicht zwischen Natalie und mir im Raum stehen. Ich darf ihr diesen verbotenen Gedanken nicht in den Kopf setzen.

Diesen riskanten, gefährlichen, versauten und absolut verlockenden Gedanken. Mein Blick wandert kurz durch das Büro, und ich katalogisiere alle möglichen Stellen, wo wir es miteinander treiben könnten. Auf dem Schreibtisch, auf dem Stuhl, am Boden ...

Augenblicklich herrscht in meinem Kopf ein Remmidemmi aus unangemessenen Bildern. Genau das wollte ich vermeiden. Es ist, als wären geile Aliens in meinen Schädel eingefallen.

Aber ich bin nicht Floyd. Ich bin klüger, deshalb stelle ich mir einen Schraubstock vor, zwinge die Bilder und die kleinen geilen Aliens hinein und quetsche sie mir aus dem Kopf.

»Und dann habe ich ihn aus Lilas Wohnung geführt und Tschüss gesagt«, beende ich die Geschichte und fahre mir mit der Hand durch mein dunkelbraunes Haar. »Hat ewig gedauert, bis er endlich weg war.«

»Hmm«, macht sie.

»Hmm, das ist toll – oder hmm, warum hast du einen unserer vier Zulieferer kalt abserviert?«

»Hmm wie: Deine Geschichte war recht anschaulich. Sie bringt mich auf etwas, was ich schon lange tun möchte.«

»Und das wäre?«

Ihre Augen blitzen. Sie sind eine Spur heller als meine dunkelblauen. »Möchtest du, dass ich uns einen neuen Türangel-Lieferanten suche?«

Die Idee ist besser als perfekt. Ich schlage freudig auf die Tischkante. »Ja. Und fürs Protokoll: Du bist brillant und wunder ...« Ich schneide die letzte Silbe ab, sodass das Wort wie ein tiefer Basston klingt.

Notiz an mich selbst: Nenne Natalie nicht wunderschön, wenn du andere Kerle aus dem Büro wirfst, nur weil sie sie ein bisschen angebaggert haben.

Sie beobachtet mich, wartet, dass ich den Satz beende, und irgendwie biege ich das letzte Wort zu einem neuen Kompliment um, als ich sage: »Brillant und wunderbar einfallsreich.«

Einfallsreich? Im Ernst jetzt? Was soll das denn? Hoffentlich geht sie nicht darauf ein.

Sie geht darauf ein.

»Einfallsreich?«, fragt sie skeptisch. »Ich bin einfallsreich?«

Ich nicke. »Natürlich. Dein Hirn ist voller guter Ideen. Es ist einfach so. Anders lässt sich deine Arbeit bei mir nicht beschreiben«, sage ich schnell, damit sie gar nicht erst auf andere Interpretationsmöglichkeiten kommt.

Sie strafft den Rücken. »Wenn du meinst, Hammer. Und dieses einfallsreiche Hirn war dir heute zwei Schritte voraus. Ich habe schon einen neuen Lieferbetrieb gefunden. Ich habe herumtelefoniert und mit einigen unserer Kollegen gesprochen und ein paar Empfehlungen eingeholt. Wir haben jetzt einen neuen Burschen, der uns mit Türangeln beliefert.«

Ich lächle breit. »Verdammt. Du bist mir nicht zwei, sondern drei Schritte voraus.«

»Das sollte eine gute Assistentin auch sein.«

»Du bist nicht gut, du bist großartig. Was meinst du, sollen wir feiern, dass du jetzt sechs Monate bei WH Carpentry & Construction bist und die Firma seither besser dasteht als je zuvor?«

WH steht für meinen Namen, Wyatt Hammer.

Aber WH könnte auch für etwas anderes stehen. Ihr werdet sehen, keine Sorge. Der ganze Oreo, wisst ihr noch? Ihr kriegt ihn von mir, versprochen.

CHAPTER 2

Sie entscheidet sich für das superscharfe vegetarische Bibimbap in einem koreanischen Restaurant an der Ninth Avenue, nicht weit vom Büro.

»Bibimbap«, sagt sie, als würde sie das Wort abwägen. »Ist lustig auszusprechen. Irgendwie klingt es wie etwas, was eine gute Fee in einem Disneyfilm sagen würde. Andererseits schmeckt Bibimbap so gar nicht nach Disney.«

»Und auch nicht nach guter Fee«, füge ich hinzu und strecke meinen Hals in alle Richtungen, um die Verspannungen von der Arbeit loszuwerden. Acht Stunden auf den Beinen, schrauben, hämmern, bohren. Mann, nach einem Tag wie diesem könnte ich wahrlich eine Massage vertragen.

Sie bedenkt mich mit einem seltsamen Blick. »Weiß du denn, wie eine gute Fee schmeckt?«

Mir wird klar, worauf sie anspielt, und ich spiele mit. »Sicher. So, wie wenn alle Träume wahr werden.«

»Willst du mir sagen, du bist schon mal mit einer Fee ausgegangen?«

»Kann schon sein.«

»Dann bin ich schon mal mit einem Dschinn ausgegangen«, versucht sie mich auszustechen, gerade als die Bedienung erscheint. Natalie sagt ihr, was sie möchte, und ich bestelle ein Bibimbap mit Rindfleisch, ebenfalls höllisch scharf, dazu eine Vorspeise und zwei Biere.

Wir sind hier, weil Natalie scharfes Essen mag. Je schärfer, desto besser. Im Laufe der letzten sechs Monate hat sie mich einige Male zum Scharf-Essen herausgefordert. Glücklicherweise kam ich mit feuerfesten Geschmacksknospen und einem eisernen Willen zur Welt, deshalb gewinne ich meistens, aber die Frau ist trotzdem unglaublich. Ich habe noch nie jemanden erlebt, der so locker wie sie eine Habanero-Schote auffuttert.

Ich werde nicht lügen. Es hat mich ganz schön angemacht zu beobachten, wie sie einen mit diesen Dingern belegten Burger verputzte, als wir vor einigen Wochen nach der Arbeit essen waren. Frauen, die auf scharfe Sachen stehen, haben einfach etwas an sich.

Das heißt, es hätte mich angemacht, wenn ich damals in diese Richtung gedacht hätte. Habe ich aber nicht, also hat es mich nicht angemacht.

Akte geschlossen.

Kurz darauf kehrt die Bedienung mit unseren Bieren zurück, und ich hebe mein Glas für einen Trinkspruch. »Auf die Magie, die du seit sechs Monaten in der Firma verbreitest. Du bist zauberhafter als jede gute Fee.«

»Auf sechs Monate in einer Festanstellung«, scherzt sie. »Hoffentlich werden es noch einige mehr.« Ehe ich sie einstellte, jobbte Natalie hier und dort herum. Sie brauchte dringend etwas Festes und machte keinen Hehl daraus. Genau genommen unterstreicht unsere erste Begegnung – als sie sich während ihrer Jobsuche eines Abends an mich wandte – meinen Punkt über Kerle, die sich einbilden, bestimmte Frauen seien scharf auf sie.

Denn wir haben keine Ahnung, ob sie es wirklich sind. Weil wir vor allem mit uns selbst beschäftigt sind, sind wir blind für das, was Frauen wirklich wollen. Frauen sind grundsätzlich die kompliziertesten Wesen der Schöpfung und ungefähr zwanzigtausend Mal komplexer als die besten Hochleistungscomputer der Welt.

Als letzten Herbst mein Freund Spencer Natalies Schwester Charlotte ehelichte, kam Natalie während der Hochzeitsfeier mit einem entschlossenen Blick zu mir herüber, und ich sagte zu meinem Zwillingsbruder Nick: »Die Kleine will mich.«

Falsch. Falscher geht's nicht.

(Continues…)


Excerpted from "Hot – Heute Nacht gehörst du mir!"
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